#31TageFleischlos – Bis(s) zur Halbzeit

5.5.2019
Keine Ahnung wie meine Frau das macht, aber rote Linsen als Hackfleisch-Ersatz funktionieren. (Okay… das wusste ich bereits vorher und auch die falsche Lasagne Bolognese ohne Bolognese mit Linsen steht bereits seit einigen Monaten auf meiner Speisekarte, aber mit Sätzen, die mit einem vegetarischen Zugeständnis beginnen, fängt man vielleicht die Leserschaft ein,  die sich ansonsten nicht auf diesen Blog verirrt hätte ;-))

6.5.2019
Skyr ist eine tolle Erfindung. Es gibt inzwischen alles mögliche aus Skyr. Sogar Mozarella. Der sieht auch fast so aus wie Mozarella. Schmeckt halt irgendwie nicht nach Mozarella. Hat auch nicht wirklich die Konsistenz von Mozarella. Und überhaupt gibt es ganz viel Skyr in tollen Joghurt-artigen Geschmacksrichtungen. Die sehen dann für einige Tage richtig gut aus im Kühlschrank, bis man sie nach Ablaufdatum irgendwann ungeöffnet weg schmeißt, weil man halt keinen Bock auf Skyr hat. Skyr ist eine tolle Erfindung.

7.5.2019
Früher habe ich einmal die Woche für einen Freund vegetarisch gekocht. In 99% der Fälle bestand das Essen dann aus geräuchertem Tofu mit Gemüse in irgendeiner fertigen Currysauce mit Reis. Heute gab es das Ganze ohne besagte Fertigsauce. Seitdem (der Autor schreibt diese Zeilen fünfzehn Tage später) habe ich irgendwie keine Lust mehr auf Tofu.

8.5.2019
Wer eine Frau hat, die kochen kann, der hat eine Frau, die kochen kann (logisch, oder?). Meine Frau kann kochen. Woran ich das fest mache? Ganz einfach: Wer es schafft, dass ein vegetarisches Langweiler-Mahl wie Couscous mit Gemüse (ohne irgendein zusätzliches vegetarisches Goodie wie Fake-Steak, Fake-Wurst oder Fake-Irgendwas) so gut schmeckt, dass ich mir zweimal Nachschlag hole, muss kochen können … also entweder das oder die fleischlose Zeit hat meinen Geschmackssinn inzwischen gekillt und ich halte Tierfutter inzwischen für bekömmlich…

9.5.2019
Habe ich eigentlich schon mal geschrieben, dass meine Frau eine begnadete Köchin ist? … Nein? … Veggie Hack aus roten Bohnen mit Walnüssen (!) im Wrap mit Sour Cream: Ich bin im Himmel!

10.5.2019
Das restliche Veggie-Hack vom Vortag mit Reis (also quasi als Chili Sin Carne) hat mich einen weiteren Tag totes Tier vergessen lassen.

11.5.2019
Da ich zusätzlich zur fleischlosen Zeit auch immer wieder meinen Kalorienverbrauch im Auge behalte und heute mein persönliches Kryptonit in den Magen wanderte (Streuselkuchen) bestand der restliche Tag aus Brotzeit mit diversen Aufstrichen, Frischkäse, Fake-Wurst und eingelegten Kalorienbomben.

12.5.2019
Im Gegensatz zu den Leuten die aus nicht nachvollziehbaren Gründen beschließen fortan vegan leben zu wollen, bin ich Gott sei Dank nicht darauf angewiesen Erde zu fressen. Der Pizza-Lieferant dankte es mir.. na ja, eigentlich nicht, aber den Euro fand er trotzdem dufte. Genauso wie ich die Teigscheibe mit Käse und Pommes (fragt nicht! 😉)

13.5.2019
Ein großer amerikanischer Systemgastronom (der mit den kleineren Burgern, die eigentlich auch wesentlich schlechter schmecken) hat neuerdings einen rein veganen Burger im Programm. Nicht alles was vegan ist muss auch zwangsläufig nach Müll schmecken. Stimmt in dem Fall sogar. Allerdings ist das auch nicht mal ansatzweise ein Ersatz für einen „richtigen“ Burger … oder die vegetarische Variante, die zu Gunsten dieses neuen Modetrends aus dem Sortiment geflogen ist. Aber: Netter Versuch.

14.5.2019
Wenn der Chef Mittagessen gehen will, geht man mit dem Chef Mittag essen. Und wenn der Chef einen richtigen-saftigen, vor Fleisch geradezu triefenden Pulled Pork Burger in der (wirklich fantastischen lokalen) Burgeria isst, gönnt man sich selbst halt einen vegetarischen Burger und hofft auf das Beste. In diesem Fall hat die Hoffnung Früchte getragen .. oder eher Gemüse? Der Frikadellen-Ersatz aus schwarzen Bohnen und die grandiose Sauce haben mich ein weiteres Mal meinen eigentlich unstillbaren Hunger nach totem Tier vergessen lassen. Danke, Little Beach!

15.5.2019
Eine Ode an die fertigen Gemüsebällchen aus dem Discountermarkt zu schreiben, wäre natürlich eine Herausforderung. Da ich allerdings noch nie ein Wettkampf-Typ war, möchte ich stattdessen ein kleines Loblied auf die weiße Version der „Lion“-Schokoriegel der Firma Nestlé singen. Gerade als ich den Mund öffne und mit meiner Engelsstimme die Preisung beginnen möchte, kommt ein versiffter linksgrüner Demonstrant, drückt mir seine ungewaschene Hippie-Hand auf den Mund und schwadroniert irgendwas von wegen „böser Großkonzern„, „selbstverständlicher Boykott“ und „nimmt den armen afroamerikanischen Kindern das Wasser weg„. Ich wedele mit einem Stöckchen und schmeiße es in den Main – er wedelt mit seinem Schwanz und springt hinterher. Ich wache auf, reibe mir die Augen und esse die Reste von meinem Schokoriegel. Echt lecker!