#ausgelesen: Steve Alten – MEG

Wann immer ein Film in die Kinos kommt, der mich wirklich interessiert und der auf einer literarischen Vorlage basiert, versuche ich, das Buch zu lesen bevor ich mich der Flimmerkiste zuwende. Der Hai-Streifen MEG mit Jason Statham in der Hauptrolle ist solch ein Exemplar. Pünktlich zum Jahresabschluss habe ich es mir nicht nehmen lassen, diesen bereits im Sommer angefangenen Roman endlich auszulesen. Der weise Herr vom Bücherversand (Señor Amazon) fasst die Geschichte wie folgt zusammen:

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat »Carcharodon megalodon« überlebt – MEG, ein Vorfahre des weißen Hais und eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte. Der Herrscher der Meere, eine Killermaschine. Jonas Taylor, ein berühmter Tiefseeforscher, ahnt es. Auf einer Tauchstation in ozeanischen Tiefen stellt sich heraus, wie recht er hat. MEG gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo der gigantische Hai fortan sein Unwesen treibt. Die Jagd beginnt – und dieses Mal ist der Mensch das Opfer … (Quelle: Amazon.de)

Geschrieben hat die Vorlage zum Film bereits 1997 ein gewisser Steven Alten, den ihr vielleicht von seiner „2012“-Trilogie kennen könntet … oder eben auch nicht, aber die Taschenbuch-Cover dieser Werke kommen mir durch Ausflüge in die Science-Fiction-Abteilung diverser Buchhandlungen durchaus bekannt vor. Wie er im Nachwort der Neuauflage von MEG erwähnt (das er wohl auch überarbeitet hat, um dem ganzen mehr Tiefe zu verleihen), sollte sein Werk bereits mehrfach verfilmt werden, bis es letztes Jahr mit dem Blockbuster endlich seinen Weg auf die große Leinwand fand.

Das Buch selbst ist nicht schlecht – zumindest für jemanden, der auf Tier-Horror (und hier insbesondere seit „Jaws“ auf schuppige Fischgeschichten) steht. Man darf allerdings auch kein Meisterwerk mit tiefgründigen Charakteren, die logische Entscheidungen treffen, erwarten. Jede der Hauptfiguren bleibt relativ blass und teilweise auch nicht nachvollziehbar dumm (Hauptcharakter wird von Frau betrogen und verlassen, ermöglicht ihr dann aber zum Dank?! einen Karriereschub), was aber vielleicht auch nicht die schlechteste Idee ist – immerhin wirkt der/die/das Megadolon daraufhin auch wesentlich intelligenter. Zu keinem Zeitpunkt kam beim Lesen wirklich „Angst“ auf (zum Vergleich: bei Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ kann man sich schon mal neben den Fingernägeln die Fingerkuppen abkauen), allerdings lässt sich das Werk gut lesen und vor allen Dingen auch öfters mal aus der Hand legen, ohne nach mehreren Tagen wieder einen schweren Einstieg zu finden.

Wieviel Buch-MEG in Film-MEG steckt, werde ich in Kürze herausfinden; der Film wartet nämlich bereits bei der Online-Videothek meiner Wahl (Videobuster dank monatlichen Gratistickets durch Handyvertrag, Danke o2!) auf den startenden Mausklick. Natürlich werde ich dann hier im Blog berichten, ob meine (in diesem Fall stark ausgeprägte) Erwartungshaltung ein weiteres Mal enttäuscht wurde oder „Deep Blue Sea“ (mein Lieblings-Hai-Popcornstreifen) nach all den Jahren endlich vom Thron gestoßen wird.