Mi. Nov 30th, 2022

Für mich ist Radio ein wichtiger Teil meines Lebens – und irgendwie schon immer gewesen.

Nicht nur, dass ich selbst für einige Monate beim Frankfurter Stadtradio vor dem Mikrofon saß und seit über einem Jahrzehnt mit meinen Podcasts quasi ein eigenes „Abruf-Radio“ (oder zumindest eine radioähnliche Sendung) betreibe, nein, noch viel intensiver erinnere ich mich, wie in meiner Kindheit bei Autofahrten mit meinen Eltern eigentlich immer ein Radiosender lief und wie mein Vater bei einigen Oldies mitsang oder -pfiff.

Am Esstisch – insbesondere zum Frühstück – lasse ich am liebsten einen (Oldie-)Radiosender im Hintergrund dudeln. Sofern meine Frau nicht im Raum ist, darf es auch gerne ein Schlagersender sein. Auf der Arbeit hat leider meine Kollegin die Hoheit über die Senderbestimmung, also läuft hier einer dieser dämlichen „bis Zielgruppe Alter 49“ Radiosender, auf denen tröstlicherweise zu 25% kein Müll läuft. Wenn es einmal „Spoken Word“ zu aktuellen Weltgeschehnissen sein soll, ziehe ich mir zuhause auch ganz gerne mal einen öffentlich-rechtlichen, regionalen Nachrichtensender rein.

Ich weiß nicht, ob das in allen Bundesländern der Fall ist, aber in Hessen und Bayern bedeuten „1“ im Titel die Oldie-Sender, „3“ ist der Mainstream-Hauptsender. Als Konkurrenz zum Hauptprogramm gibt es immer mindestens einen gleich- oder ähnlich großen Privatsender (in Hessen „FFH“ zu HR3, hier in Bayern „Antenne Bayern“ zu BR3).

Die Auswahl ist – nicht zuletzt dank zahlreichen in den letzten Jahren digital gestartete Angeboten – im wahrsten Sinne des Wortes explodiert: Für jede Musikrichtung gibt es einen Ableger eines zumeist allgemeinen größeren Senders (von den vielen Nischenprogrammen gar nicht erst zu reden). Radio ist so vielfältig, dass es eigentlich fast schon wieder „cool“ sein könnte. Fast. Wäre da nicht der Hauch der Staubs, der „Radio hören“ umweht.

Insbesondere in der Vergangenheit hatte das Radio einen erheblichen Einfluss auf viele Aspekte unseres Lebens, einschließlich Bildung, Nachrichten, Unterhaltung und Krieg. Durch die Übertragung von Informationen über große Entfernungen trugen Radios dazu bei, das Lernen und Verstehen neuer Kulturen zu erleichtern. Radio ermöglichte den Menschen, auch unterwegs mit ihren Freunden und ihrer Familie in Verbindung zu bleiben – und es sei es nur durch Grußbotschaften in einer Wunschliedsendung (Ich selbst erinnere mich daran, dass ich in den 1990’ern gerne mit „Ich find Dich scheisse“ von TicTacToe meine damalige Klasse gegrüsst habe).

Trotz der positiven Aspekte des Radios gab es in der Vergangenheit auch eine Reihe negativer Dinge. Es ist beispielsweise bekannt, dass Sender Musik manipulieren, um sie populärer zu machen oder Zuhörer zu täuschen. Die Rotation, in der gerade bei den „angesagteren, allgemeineren“ Sendern immer und immer wieder die gleiche Musik spielt, ist extrem auffällig. Darüber hinaus ist die Werbeunterbrechung für viele Zuhörer – ähnlich wie beim Fernsehen – nicht immer in erträglichem Maß vorhanden und zwingt zum Senderwechsel.

A propos Senderwechsel: Als Wahlbayer (wenn auch nur an der Grenze zu Hessen) habe ich natürlich nach dem Umzug direkt von den HR-Sendern auf „BR“ umgestellt. Wenn Talk-Urgestein Thomas Koschwitz hingegen auf HR1 seine Morningshow moderiert, muss auch in Bayern wieder das hessische Ohr her halten, genau wie am Samstag, wenn Werner Reinke auf Sendung geht.

Wie siehts bzw. hört es sich bei euch an? Seid Ihr vollkommen im Streaming-Zeitalter angekommen und hört nur noch Alben- und Playlists auf Spotify & Co. oder lasst ihr euch auch ganz gerne nochmal durch eine Sendung führen?

Von Frank

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