#ausgehört: Ivar Leon Menger – MONSTER 1983

Was mit Steven Spielbergs „Super 8“ im Filmbereich begann und mit „Stranger Things“ von Netflix zwischenzeitlich seinen Höhepunkt erreichte, zog im letzten Jahr auch in die deutsche Hörspiellandschaft ein: Die 80’er Jahre – und die passen bekanntlich mit dem Mystery-Genre so gut zusammen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Drei „Staffeln“ a‘ 10 Teile umfasst das epische -von Audible als exklusive Eigenproduktion geschaffene- Hörspiel „Monster 1983“. In Sachen Synchronsprecher-Cast sucht es wohl seinesgleichen, denn mit David Nathan, Nana Spier, Simon Jäger, Till Hagen & Co. hat man die Crème de la Crème der deutschen Stimmen versammeln können. Doch auch die Autoren sind beileibe keine Unbekannten, allen voran natürlich der Namens-gebende Ivar Leon Menger, der mir bereits mit der Hörspiel-Reihe „Darkside Park“ bestens in Erinnerung geblieben ist (und dessen „Porterville“-Reihe dieses Jahr ebenfalls auf meiner To-Do-Liste steht).

Pünktlich zum Jahresabschluss habe ich am 31.12 letzten Jahres meinen mehrstündigen Audio-Ausflug nach Harmony Bay beenden können. Also: Worum geht es in Monster 1983 eigentlich? Die Zusammenfassungs-Profis vom  amazon’ischen Warenhaus fassen die Hauptgeschichte (der ersten Staffel) in folgende Worte:

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf.
Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum.

Um es noch kürzer auszudrücken: Es geht um den Nachmahr,  ein Fantasie- und Sagenwesen, dass – ähnlich wie die 1980’er Thematik an sich – in den letzten Jahren im Horrorfilm-Genre ein Revival erlebte. Und falls ihr euch jetzt die Frage stellen solltet, ob solch eine Figur eine ganze Hörspielserie mit einer Laufzeit von über 30 Stunden innerhalb von drei Staffeln tragen kann, ist meine Antwort ganz eindeutig „JA“ – wenn auch unter Vorbehalt: Zwar handeln alle Protagonisten nicht immer nachvollziehbar und teilweise wird die Klischeekeule nicht nur geschwungen, sondern gefühlt ohne Rücksicht auf Sinn und Versand mit Karacho in die Gehörgänge geprügelt, jedoch ist die Geschichte am Ende relativ schlüssig und wird befriedigend aufgelöst.

Fazit: „Monster 1983“ ist ein tolles Hörspiel, dass jedem Gruselfan ans Herz gelegt werden kann. Wer allerdings wirklichen Hörspiel-Horror in Perfektion erleben möchte, sollte sich lieber „Darkside Park“ vom gleichen Autor anhören.

Info: Die kompletten Staffeln von „Monster 1983“ gibt es bei Audible. Leider gilt das in Gänze nicht mehr für die restlichen Produktionen von Ivar, denn derzeit ist bspw. Porterville nicht mehr im virtuellen Sortiment aufzufinden (dafür jedoch bei zahlreichen Streaming-Anbietern wie Tidal). 

 

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