#ausgeknockt: Weniger WWE, trotzdem mehr #wrestlingliebe 2019

Für diejenigen unter euch, die beim Begriff „Wrestling“ zuerst den Spruch „Aber du weißt schon, dass das alles abgesprochen und fake ist?“ auf den Lippen haben, sei eingeleitet gefragt: Wenn ihr Game of Thrones schaut, bemerkt ihr auch gleich „Die Drachen sind computeranimiert“?  Bei House of Cards denkt ihr sofort „Aber Kevin Spacey ist doch gar nicht der Präsident der USA – der spielt das nur“? Und wenn ihr im Kino seid, folgt ihr niemals der Story, sondern habt immer im Hinterkopf, dass das nur Schauspieler sind, die jemanden für euch darstellen? … Ja? … Dann herzliches Beileid! 😉 Soviel dazu.

In Sachen Professional Wrestling hatte ich 2017 New Japan Pro Wrestling für mich entdeckt und ganze zwölf Monate sehr intensiv verfolgt. Bedingt durch Umzug, Geburt meines Sohnes und Jobwechsel sind dann im letzten Jahr einige meiner Hobbies zu kurz gekommen: Wrestling war ein Teil davon. Und auch wenn sie das wesentlich schlechtere Produkt bieten, habe ich aus Gewohnheit 2018 fast ausschließlich die WWE verfolgt.

Mit Vince McMahons Sports Entertainment Liga ist es für mich so etwas wie eine ewige Hassliebe. Konträr zu ihrem Wert an der Börse sank für mich die Qualität der Liga in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren immer weiter ins bodenlose – und doch schaute ich immer wieder, Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche, ins laufende Programm und regte mich tierisch über grottiges Booking, grauenhaftes Matchmaking und langweilige Shows auf. Warum? Gute Frage. Vielleicht weil man jedes Mal aufs Neue hofft, dass das Programm wieder besser wird. Dieses Jahr allerdings gebe ich auf!

Im laufenden neuen Jahr habe ich beschlossen,das wöchentliche TV-Programm der Liga links liegen zu lassen und voerst nur noch die Großveranstaltungen der WWE zu verfolgen. Es ist eindeutig an der Zeit dem berühmt berüchtigten „Tellerrand“ wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Ganz viel #wrestlingliebe bekommen 2019 demnach wieder New Japan Pro Wrestling, die mit Wrestling Kingdom 13 (dem alljährlichen japanischen Pendant zur amerikanischen „Wrestlemania“) am 4. Januar bereits einen (für mich persönlich eher enttäuschenden, da leider dank vieler Abgänge sehr vorhersehbaren) Start ins neue Jahr hinlegten, aber auch das seit Ewigkeiten verschmähte und inzwischen in Kanada angesiedelte iMPACT Wrestling, deren Shows Unkenrufen und inzwischen stark dezimierten Kader zum trotz überraschend unterhaltsam sind. Außerdem gilt es für mich noch einige Folgen Lucha Underground aufzuholen (meiner Meinung nach übrigens *DIE* Show mit der man sogar alle Nicht-Wrestlingfans begeistern kann), der US-Indieliga Ring of Honor eine weitere Chance zu geben und mit Spannung in Richtung „All Elite Wrestling“ zu schauen, die dieses Jahr erstmalig ihren Betrieb aufnehmen wird.

#ausgehört: Ivar Leon Menger – MONSTER 1983

Was mit Steven Spielbergs „Super 8“ im Filmbereich begann und mit „Stranger Things“ von Netflix zwischenzeitlich seinen Höhepunkt erreichte, zog im letzten Jahr auch in die deutsche Hörspiellandschaft ein: Die 80’er Jahre – und die passen bekanntlich mit dem Mystery-Genre so gut zusammen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Drei „Staffeln“ a‘ 10 Teile umfasst das epische -von Audible als exklusive Eigenproduktion geschaffene- Hörspiel „Monster 1983“. In Sachen Synchronsprecher-Cast sucht es wohl seinesgleichen, denn mit David Nathan, Nana Spier, Simon Jäger, Till Hagen & Co. hat man die Crème de la Crème der deutschen Stimmen versammeln können. Doch auch die Autoren sind beileibe keine Unbekannten, allen voran natürlich der Namens-gebende Ivar Leon Menger, der mir bereits mit der Hörspiel-Reihe „Darkside Park“ bestens in Erinnerung geblieben ist (und dessen „Porterville“-Reihe dieses Jahr ebenfalls auf meiner To-Do-Liste steht).

Pünktlich zum Jahresabschluss habe ich am 31.12 letzten Jahres meinen mehrstündigen Audio-Ausflug nach Harmony Bay beenden können. Also: Worum geht es in Monster 1983 eigentlich? Die Zusammenfassungs-Profis vom  amazon’ischen Warenhaus fassen die Hauptgeschichte (der ersten Staffel) in folgende Worte:

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf.
Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum.

Um es noch kürzer auszudrücken: Es geht um den Nachmahr,  ein Fantasie- und Sagenwesen, dass – ähnlich wie die 1980’er Thematik an sich – in den letzten Jahren im Horrorfilm-Genre ein Revival erlebte. Und falls ihr euch jetzt die Frage stellen solltet, ob solch eine Figur eine ganze Hörspielserie mit einer Laufzeit von über 30 Stunden innerhalb von drei Staffeln tragen kann, ist meine Antwort ganz eindeutig „JA“ – wenn auch unter Vorbehalt: Zwar handeln alle Protagonisten nicht immer nachvollziehbar und teilweise wird die Klischeekeule nicht nur geschwungen, sondern gefühlt ohne Rücksicht auf Sinn und Versand mit Karacho in die Gehörgänge geprügelt, jedoch ist die Geschichte am Ende relativ schlüssig und wird befriedigend aufgelöst.

Fazit: „Monster 1983“ ist ein tolles Hörspiel, dass jedem Gruselfan ans Herz gelegt werden kann. Wer allerdings wirklichen Hörspiel-Horror in Perfektion erleben möchte, sollte sich lieber „Darkside Park“ vom gleichen Autor anhören.

Info: Die kompletten Staffeln von „Monster 1983“ gibt es bei Audible. Leider gilt das in Gänze nicht mehr für die restlichen Produktionen von Ivar, denn derzeit ist bspw. Porterville nicht mehr im virtuellen Sortiment aufzufinden (dafür jedoch bei zahlreichen Streaming-Anbietern wie Tidal). 

 

#ausgelesen: Steve Alten – MEG

Wann immer ein Film in die Kinos kommt, der mich wirklich interessiert und der auf einer literarischen Vorlage basiert, versuche ich, das Buch zu lesen bevor ich mich der Flimmerkiste zuwende. Der Hai-Streifen MEG mit Jason Statham in der Hauptrolle ist solch ein Exemplar. Pünktlich zum Jahresabschluss habe ich es mir nicht nehmen lassen, diesen bereits im Sommer angefangenen Roman endlich auszulesen. Der weise Herr vom Bücherversand (Señor Amazon) fasst die Geschichte wie folgt zusammen:

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat »Carcharodon megalodon« überlebt – MEG, ein Vorfahre des weißen Hais und eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte. Der Herrscher der Meere, eine Killermaschine. Jonas Taylor, ein berühmter Tiefseeforscher, ahnt es. Auf einer Tauchstation in ozeanischen Tiefen stellt sich heraus, wie recht er hat. MEG gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo der gigantische Hai fortan sein Unwesen treibt. Die Jagd beginnt – und dieses Mal ist der Mensch das Opfer … (Quelle: Amazon.de)

Geschrieben hat die Vorlage zum Film bereits 1997 ein gewisser Steven Alten, den ihr vielleicht von seiner „2012“-Trilogie kennen könntet … oder eben auch nicht, aber die Taschenbuch-Cover dieser Werke kommen mir durch Ausflüge in die Science-Fiction-Abteilung diverser Buchhandlungen durchaus bekannt vor. Wie er im Nachwort der Neuauflage von MEG erwähnt (das er wohl auch überarbeitet hat, um dem ganzen mehr Tiefe zu verleihen), sollte sein Werk bereits mehrfach verfilmt werden, bis es letztes Jahr mit dem Blockbuster endlich seinen Weg auf die große Leinwand fand.

Das Buch selbst ist nicht schlecht – zumindest für jemanden, der auf Tier-Horror (und hier insbesondere seit „Jaws“ auf schuppige Fischgeschichten) steht. Man darf allerdings auch kein Meisterwerk mit tiefgründigen Charakteren, die logische Entscheidungen treffen, erwarten. Jede der Hauptfiguren bleibt relativ blass und teilweise auch nicht nachvollziehbar dumm (Hauptcharakter wird von Frau betrogen und verlassen, ermöglicht ihr dann aber zum Dank?! einen Karriereschub), was aber vielleicht auch nicht die schlechteste Idee ist – immerhin wirkt der/die/das Megadolon daraufhin auch wesentlich intelligenter. Zu keinem Zeitpunkt kam beim Lesen wirklich „Angst“ auf (zum Vergleich: bei Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ kann man sich schon mal neben den Fingernägeln die Fingerkuppen abkauen), allerdings lässt sich das Werk gut lesen und vor allen Dingen auch öfters mal aus der Hand legen, ohne nach mehreren Tagen wieder einen schweren Einstieg zu finden.

Wieviel Buch-MEG in Film-MEG steckt, werde ich in Kürze herausfinden; der Film wartet nämlich bereits bei der Online-Videothek meiner Wahl (Videobuster dank monatlichen Gratistickets durch Handyvertrag, Danke o2!) auf den startenden Mausklick. Natürlich werde ich dann hier im Blog berichten, ob meine (in diesem Fall stark ausgeprägte) Erwartungshaltung ein weiteres Mal enttäuscht wurde oder „Deep Blue Sea“ (mein Lieblings-Hai-Popcornstreifen) nach all den Jahren endlich vom Thron gestoßen wird.